13.10.2023 | Hospiz-Hohenlohe
Mit einem symbolischen Hammerschlag haben am Donnerstag, 12. Oktober die Umbauarbeiten für das St. Elisabeth-Hospiz Hohenlohe begonnen.


Mit vereinten Kräften brachten die Verantwortlichen eine Mauer im Haus am Rösleinsberg 29 in Künzelsau zum Einsturz. In den kommenden Monaten wird hier ein Gebäude der Hohenloher Krankenhaus gGmbH saniert und zu einem Hospiz umgebaut. Bis zu acht Gäste können dann in ihrer letzten
Lebensphase umfassend medizinisch versorgt und pflegerisch betreut werden. „Wir freuen
uns sehr, dass der Umbau nun beginnt und das geplante Hospiz Gestalt annehmen
kann“, betonte Thomas Wigant, Regionalleiter der BBT-Gruppe, zu der das St.
Elisabeth-Hospiz gehört. „Das Hospiz wird ein letztes Zuhause für Menschen
sein, die anderen Orts nicht mehr zu versorgen sind. Hier begleiten und pflegen
wir schwerstkranke Menschen bis zu ihrem Tod und versuchen, ihnen in ihrem
letzten Lebensabschnitt die individuell bestmögliche Lebensqualität zu erhalten
und ihnen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen.“ Dafür werde schon mit dem
Bau der entsprechende Rahmen geschaffen. „Unser Architekt Herr Single hat
großzügige Einzelzimmer mit bodentiefen Fenstern geplant, in der sich unsere
Gäste und deren Angehörige in wohnlicher Atmosphäre zurückziehen können. Mit
der Firma Gauer konnten wir außerdem ein Unternehmen aus Hohenlohe für den
Umbau gewinnen, das unsere Vorstellungen für das Hospiz mit großem Engagement umsetzt.“ Er dankte
zugleich den Behörden der Stadt Künzelsau sowie des Hohenlohekreises für die
gute Zusammenarbeit während des Genehmigungsverfahrens.
Wichtiges Versorgungsangebot für Menschen in Hohenlohe
Der Landrat des
Hohenlohekreises Dr. Matthias Neth begrüßte in seinem Grußwort den Baustart.
„Mit dem Hospiz schließen wir eine Lücke im Versorgungsangebot für die Einwohner
bei uns im Hohenlohekreis. Menschen in ihren letzten Lebenstagen zu begleiten,
ihnen die Schmerzen zu lindern und ein Sterben in Würde zu ermöglichen, ist
eine zutiefst humane Aufgabe, der wir uns als Mitgesellschafter gerne stellen.“
Er verwies zugleich auf die große Unterstützung durch private Initiativen. „Nur
durch besonderes zivilgesellschaftliches Engagement wie durch die Berner-Stiftung mit
Frau Berner an der Spitze und dem Einsatz des Fördervereins ist dieses Projekt
möglich. Dafür meinen herzlichen Dank.“
Freude bei Stadt Künzelsau
„Mit dem
Hammerschlag gelingt der BBT-Gruppe ein wichtiger Schritt. Den Worten folgen
nun Taten“, sagte der Bürgermeister von Künzelsau Stefan Neumann. „Ein Hospiz
in Hohenlohe wird schon so lange vermisst. Hier wird realisiert, was die
Menschen in ihrer letzten Lebensphase so nötig brauchen. Ich bin den
Entscheidungsträgern von Herzen dankbar für den heutigen Hammerschlag und
Beginn der Bauarbeiten. Die Stadt betreute im Vorfeld die städtebaulichen und
baurechtlichen Möglichkeiten. In der Zukunft unterstützt die Kreisstadt
Künzelsau das Hospiz St. Elisabeth als Ankerförderer. Für die Bauzeit wünschen
wir einen unfallfreien Verlauf und ein gutes Vorankommen im Zeit und
Kostenplan.“ Auch Jörg
Obermüller, Geschäftsführer der Firma Gauer Bau freut sich auf das besondere
Projekt. „Das Hospiz ist auch für uns ein besonderer Auftrag, eine
Herzensangelegenheit. Wir freuen uns, dass es nun losgehen kann“, so der
Geschäftsführer von Gauer-Bau.
Wohnliche Atmosphäre für Hospiz-Gäste und Angehörige
Architekt
Karl-Heinz Single stellte das Konzept für das Hospiz vor. „Wir sind sehr froh,
dass wir die hohen formalen Anforderungen an ein Hospiz im und mit dem
vorhandenen Bestand umstandslos erfüllen konnten.“ Die Entscheidung für die
Sanierung statt eines Neubaus setze auch im Blick auf den Klimaschutz ein
wichtiges Signal. Das Gebäude am Rösleinsberg 29, in dem zuletzt mehrere
Funktionsbereiche des Hohenloher Krankenhauses untergebracht waren, wird für
die Bedürfnisse der Hospizgäste wohnlich umgestaltet. Dafür wird das
Dachgeschoß mit dem Spitzgiebel abgebrochen, das 2. Obergeschoss aufgestockt
und mit einem Flachdach versehen. Die Einzelzimmer für die Gäste sind jeweils mit
barrierefreiem Bad ausgestattet und so groß, dass auch eine zusätzliche
Schlafgelegenheit für Angehörige möglich ist. Große, bodentiefe Fenster bringen
viel Tageslicht und Großzügigkeit in die Gästezimmer. Neben den acht Zimmern
für die Hospizgäste werden zusätzlich Zimmer für Angehörige eingerichtet. Ein großer
Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss bietet einem schwellenlosen Zugang zur
Terrasse. Das gesamte Gebäude wird mit einer Holzfassade verkleidet. Die
Inbetriebnahme des Hospizes ist für das letzte Quartal 2024 geplant. Die Kosten für den Umbau
betragen rund 4 Millionen Euro, davon übernimmt
der Hohenlohekreis die Summe von
750.000 Euro und beteiligt sich am jährlichen Abmangel. Auch der Förderverein
Hospiz-Hohenlohe e.V. unter der Leitung von Christiane Sigloch unterstützt den
Betrieb des St. Elisabteh-Hospiz‘, da die Krankenkasse und die Pflegekasse nur
einen Teil der Kosten übernehmen. Schon für die Finanzierung des Umbaus ist der
Träger, die Hohenloher Krankenhaus gGmbh, auf Spenden angewiesen.