24.03.2022 | Hohenloher Krankenhaus
Mit dem symbolischen Spatenstich setzten die Verantwortlichen heute das Startsignal für den Beginn der Bauphase. Bis Anfang 2025 soll auf dem Gelände an der Kastellstraße in Öhringen ein zukunftweisender Neubau entstehen, der die hochwertige medizinisch-pflegerische Versorgung der Menschen im Hohenlohekreis auch in Zukunft wohnortnah sicherstellt.
Dass dieser Neubau auch überregionale Bedeutung hat und vom Sozialministerium in Stuttgart mit großem Interesse verfolgt wird, unterstreicht die Teilnahme von Staatssekretärin Dr. Ute Leidig. Sie vertrat Landesgesundheitsminister Manne Lucha (B 90/Grüne), der kurzfristig krankheitsbedingt absagen musste. Die Staatssekretärin betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung von leistungsfähigen Krankenhäusern in ländlichen Regionen.

Zukunftsfeste Strukturen für den ländlichen Raum
Dr. Ute Leidig: „Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt,
dass sich die Gesundheitsversorgung auch in einem Flächenland wie
Baden-Württemberg nicht nur auf die große Ballungszentren konzentrieren darf.
Auch im ländlichen Raum brauchen wir zukunftsfeste Strukturen, weshalb das Land
deren Auf- und Ausbau mit hohen finanziellen Summen unterstützt. Mit dem
Krankenhaus-Neubau in Öhringen wird sich die medizinische Versorgung für die
Menschen im Hohenlohekreis weiter verbessern – nicht nur durch modernste
Technik, sondern auch durch ein breites medizinisches Leistungsspektrum. Dafür
stellen wir rund 51,5 Millionen Euro zur Verfügung. Gleichzeitig möchte ich
auch die Gelegenheit nutzen, mich bei allen Mitarbeitenden am Hohenloher Krankenhaus
für ihren nicht hoch genug einzuschätzenden Einsatz während der Corona-Pandemie
zu bedanken. Sie alle standen in den letzten zwei Jahren an vorderster Front
der Pandemie-Bekämpfung und haben buchstäblich Tag für Tag Leben gerettet.“
Dr. Neth: "Ein guter Tag für den Hohenlohekreis"
Diesem
Dank schloss sich der Landrat des Hohenlohekreises Dr. Matthias Neth an und ging
in seiner Ansprache auf die nicht immer einfachen politischen Entscheidungen in
der Vorgeschichte des Krankenhausneubaus ein. „Der heutige Spatenstich für den
Neubau des Hohenloher Krankenhauses ist ein guter Tag für den Hohenlohekreis. Wir legen
heute den Grundstein für eine zukunftsfähige und hochwertige klinische Gesundheitsversorgung
in unserem Landkreis. Ich bin mir sicher, dass der Kreistag mit seiner Entscheidung
für den Neubau den richtigen Schritt für alle unsere Bürgerinnen und Bürger
getan hat und daher freue ich mich sehr auf das neue Hohenloher Krankenhaus.“
Dank für verlässliche Partner
Er dankte dem Sozialministerium – allen voran Minister Manne Lucha – für die
Verlässlichkeit der Zusage, den Krankenhausneubau bei entsprechenden
Strukturveränderungen finanziell zu fördern. Auch der Kreistag sei trotz äußeren
Drucks zusammengestanden. „Allen war klar: wenn wir hier nicht bauen, dann wird
es bald keine stationäre Versorgung im Hohenlohekreis mehr geben.“ Als wichtige
Grundlage für das Gelingen des Projekts bezeichnete der Landrat außerdem die Partnerschaft
zu den Mitarbeitenden im Hohenloher Krankenhaus, die man nach einer Übergangsphase
nun wieder nach Tarif bezahle. Dazu gehöre auch die Partnerschaft mit der Stadt
Öhringen, die sich ebenfalls mit großen Investitionen einbringe. Besondere Bedeutung
hat für den Landrat darüber hinaus die Partnerschaft mit der Stadt Künzelsau.
„Wir werden in Künzelsau die gemachten Zusagen für gute
Versorgungsstrukturen einhalten", betonte er. „Die
Strukturveränderung in der stationären Patientenversorgung war richtig.“ Nun
wünsche er sich, dass die Menschen in Hohenlohe das Hohenloher Krankenhaus auch
annehmen.
Größte Baustelle in der Geschichte Öhringens
Der
Oberbürgermeister von Öhringen Thilo Michler betonte die Bedeutung des Krankenhausneubaus
für die Stadt Öhringen. „Seit
über 100 Jahren ist das Öhringer Krankenhaus eine zentrale Anlaufstelle für die
Gesundheitsversorgung in unserer Stadt und in ganz Hohenlohe. Gerade in den
letzten zwei Jahren haben wir gesehen, wie elementar eine sichere Gesundheitsversorgung
für alle Menschen ist. Heute, setzen wir mit dem Spatenstich für das neue
Krankenhaus den Meilenstein für eine sichere und zukunftsfähige medizinische Versorgung.
Mein großer Dank gilt allen Beteiligten, die gewissenhaft und mit viel Herzblut,
die bisher größte Baustelle in der Großen Kreisstadt Öhringen begleiten und
umsetzen.“
Krankenhaus für die Menschen
Schon
mit dem Einstieg der BBT-Gruppe in die Verantwortung für die Hohenloher Krankenhaus
gGmbh habe man 2018 dieses Projekt übernommen und in den vergangenen Jahren
weiter vorangetrieben, betonte der Sprecher der Geschäftsführung der BBT-Gruppe
Dr. Albert-Peter Rethmann in seiner Ansprache. „Nun können wir mit dem
Spatenstich das auch für alle sichtbare Startsignal für den Neubau setzen. Für
uns als christliches Unternehmen steht der Mensch im Mittelpunkt. Deshalb
wollen wir ein Krankenhaus, das sich so organisiert, dass der Mensch im
Mittelpunkt aller Prozesse steht. Wir schaffen hier ein Krankenhaus der Zukunft
mit intelligenter Raumnutzung, moderner Technik und kurzen Wegen, das die
hochwertige medizinische Versorgung der Menschen in Hohenlohe auf Jahre hinaus
wohnortnah sicherstellen wird.“
Dank für hervorragende Zusammenarbeit
Rethmann
dankte Landrat Dr. Matthias Neth und Oberbürgermeister Thilo Michler für
die hervorragende Zusammenarbeit in den zurückliegenden Monaten. „Der
Hohenlohekreis und die Stadt Öhringen sind für uns zentrale Partner, die uns
bereits bei den gesamten Vorarbeiten und Planungsgesprächen unterstützt haben.
Nur mit solch verlässlichen Partnerschaften lässt sich ein Projekt in dieser
Größenordnung verwirklichen“, so Rethmann. Der Dank gelte auch der
Landesregierung Baden-Württemberg, die zu ihren finanziellen Zusagen stehe und
rund 51,5 Mio € in den Neubau investiere. Zu den wichtigen Partnern beim Neubau
des Hohenloher Krankenhauses gehört nach den Worten des BBT-Geschäftsführers auch
die Firma VAMED. „Wir sind froh hier einen international renommierten
Spezialisten für Klinikbauten mit im Boot zu haben, der das Projekt im sog.
„Partnering-Verfahren“ von der Planung bis zur Umsetzung begleitet. Damit
schaffen wir die Voraussetzung für Kostentransparenz und finanzielle
Planungssicherheit, denn wir wollen in dem uns vorgegeben Kostenrahmen von
knapp 100 Mio € bleiben“, unterstrich der BBT-Geschäftsführer.
„Mein
herzlicher Dank geht außerdem an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Hohenloher Krankenhauses, die sich mit vielen Vorschlägen aus der täglichen
Praxis an der Ausgestaltung der Pläne beteiligt haben. Und nicht zuletzt an den
BBT-Regionalleiter Marc Reggentin und die Kaufmännische Direktorin des
Hohenloher Krankenhauses Melanie Junge, die mit viel persönlichem Engagement
und Herzblut die Planungsarbeiten vor Ort vorangetrieben und begleitet haben“,
so Dr. Rethmann.
Krankenhaus der kurzen Wege
Er
stellte im Anschluss die Besonderheiten des neuen Hohenloher Krankenhauses vor.
„Bei der gesamten Planung stand für
uns der Patient im Mittelpunkt und alle Wege, die er während eines ambulanten
oder stationären Aufenthalts im Krankenhaus durchläuft. Um diese Bedürfnisse
des Patienten herum konzentrieren sich alle Räume und Funktionsbereiche. Daraus
ergibt sich ein Krankenhaus der kurzen Wege für Patienten und Besucher. Und zugleich
schaffen wir hervorragende Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter.“
Grundversorgung plus
Das
205-Bettenhaus stellt mit seinem medizinischen Behandlungsspektrum die Grund-
und Regelversorgung in den Fachbereichen der Chirurgie und Inneren Medizin
sicher und deckt darüber hinaus mit zusätzlichen spezialisierten
Versorgungsangeboten ein breites medizinisches Leistungsprofil ab. Dazu gehören
etwa die Geburtshilfe, die Diagnostik und Therapie von
Herz-Kreislauferkrankungen im modernen Herzkatheterlabor, die Behandlung von
Schlaganfallpatienten in der zertifizierten Stroke Unit, die moderne
Endoprothetik sowie die hohe diagnostische und therapeutische Kompetenz bei
Magen- und Darmerkrankungen und natürlich die rasche Notfallversorgung in einem
interdisziplinären Notfallzentrum.
Diagnostik- und Ambulanzzentrum im EG
Das
Gebäude wird aus einem rechteckigen Kubus bestehen, der sich um zwei Lichthöfe
im Inneren gruppiert und so Tageslicht in allen Patientenzimmern sowie in den
Therapie- und Aufenthaltsräumen ermöglicht. Es erstreckt sich über insgesamt
vier Stockwerke sowie ein Kellergeschoss für Funktionsräume und Technik. Im
Erdgeschoss befindet sich das Diagnostik- und Ambulanzzentrum, neben der
interdisziplinären Notaufnahme ist hier die radiologische Diagnostik mit MRT,
CT und konventionellem Röntgen konzentriert. Daran schließen sich die
internistische Funktionsdiagnostik und die Ambulanzen an. Ein großzügiger
Gastronomiebereich am Eingang lädt Patienten, Besucher, Mitarbeiter und Gäste
zum Verweilen ein.
"High-Care"-Einheit im 1. OG
Im
1. Stock steht alles unter dem Stichwort „High Care“, also höchste Sicherheit
für die Patienten: Räume für Operationen, invasive Eingriffe und Interventionen
sowie die dazu gehörige intensivmedizinische Überwachung sind hier
konzentriert. Mehrere Operationssäle mit moderner Ausstattung, dazu das
Herzkatheterlabor und die Überwachungsstation für Herzinfarkt- und
Schlaganfallpatienten liegen in enger Verbindung nebeneinander. Hinzu kommen
vier neue Kreißsäle – einer mehr als bisher – für die Geburtshilfe.
Sehr gute Standards für Patienten
Das
zweite und dritte Stockwerk sind dann ganz der Pflege der stationären Patienten
gewidmet. Im Neubau wird es nur noch Ein- und Zweibettzimmer geben. Alle
Patientenzimmer haben große Fenster für viel Tageslicht und verfügen jeweils
über ein eigenes Bad mit Dusche und WC. „Hier können wir allen Patienten einen
sehr guten Standard anbieten“, unterstreicht Rethmann. Daneben sind spezielle
Therapieräume zum Beispiel für die Behandlung älterer mehrfach erkrankter
Patienten in der Geriatrie vorgesehen sowie großzügige Zimmer für die
Geburtshilfe. Im dritten Obergeschoss bietet eine Komfortstation auf Wunsch
zusätzliche Annehmlichkeiten.