19.06.2020
HSB beteiligt sich an Aktionstag der Gewerkschaft ver.di

"GemeinsameSache" für eine solidarische Altenpflege: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Altenheims Öhringen beteiligten sich am Mittwoch, 17. Juni am Aktionstag der Gewerkschaft ver.di für eine gute Bezahlung und eine solidarische Finanzierung der Altenpflege. Mit dabei auch der Hausobere der Hohenloher Seniorenbetreuung HSB Martin Schmelcher sowie einige Bewohnerinnen.
Mit dem Aktionstag unter dem Motto "#GemeinsameSache für eine solidarische Altenpflege" will die Vereinte
Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ihrer Forderung nach
besseren Arbeitsbedingungen mit genügend Personal, für eine gute Bezahlung und
eine solidarische Finanzierung der Pflege Nachdruck zu verleihen. Nötig sei eine Pflegevollversicherung, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen: die
solidarische Pflegegarantie. "Das ist wichtig, damit die Forderung nach fairen
Arbeitsbedingungen nicht gegen den Wunsch nach bezahlbaren Pflegesätzen
ausgespielt werden", so Arne Gailing Gewerkschaftssekretär ver.di im Bezirk Heilbronn-Franken. In einem ersten Schritt müssen die Eigenanteile für pflegebedingte
Kosten in stationären Einrichtungen begrenzt werden.
"Die
Corona-Krise hat noch einmal wie unter einem Brennglas gezeigt, dass in der
Altenpflege vieles im Argen liegt, und sie hat unsere Kritik an Kürzungen und
an der Kommerzialisierung der Altenpflege bestätigt. Damit muss Schluss sein", betonte Gailing.
Der
Pflegemindestlohn, bei dem ver.di überfällige Verbesserungen durchsetzen konnte,
verhindere zwar die allerschlimmste Ausbeutung, aber eine angemessene Bezahlung
könne auf diesem Wege nicht erreicht werden. ver.di verhandle mit der
Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) einen
Tarifvertrag, der auf die gesamte Altenpflege erstreckt werden soll. "Dieser
Tarifvertrag wird das Lohnniveau endlich wirksam nach unten absichern;
existierende bessere Tarifverträge bleiben weiter bestehen."
BBT-Gruppe befürwortet Zahlung nach Tarif
An der Aktion beteiligen sich auch Beschäftigte in
den Senioreneinrichtungen der BBT-Gruppe in der Region Tauberfranken-Hohenlohe.
"Mit der Gewerkschaft ver.di verbindet uns die Forderung nach guten
Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in der Altenpflege", betont Thomas
Wigant, Geschäftsführer der BBT-Seniorenzentren in der Region. "Nicht zuletzt
die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig eine fachlich und menschlich gute
Pflege für die älteren Menschen in unseren Einrichtungen ist." Als
konfessioneller Träger achte die BBT-Gruppe darauf, Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter nach geltendem Tarif zu bezahlen. Zudem besteht seit 2014 das von Caritas und Diakonie
geschlossene "Bündnis für Tariftreue und Tarifstandards für die
Sozialwirtschaft in Baden-Württemberg". "Gemeinsam mit ver.di setzen wir uns dort
dafür ein, dass Anbieter in der Altenhilfe verpflichtet werden, ihre
Beschäftigten nach anerkannten Tarifen zu entlohnen. Denn Flächentarife sichern
gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und damit auch die Qualität in
der Pflege." Bei der Finanzierung brauche es zugleich einer Weiterentwicklung
der bisherigen Pflegeversicherung. "Steigende Kosten dürfen nicht allein zu
Lasten der Bewohner in den Seniorenheimen gehen. Die Pflegeversicherung muss
langfristig das Pflegerisiko voll abdecken genauso wie die Krankenversicherung
das Krankheitsrisiko", so Wigant.


