10.11.2021

Christiane Gerstner ist neue Einrichtungsleitung in den BBT-Seniorenzentren Dörzbach und Schöntal

„Mein Traum ist ein inklusives Generationenprojekt“

„Mein Traum ist ein inklusives Generationenprojekt“

Langjährige Erfahrung in der Pflege, eine große Portion (Zwischen-)Menschlichkeit und eine Vision, wohin es mit den Seniorenzentren in Schöntal und Dörzbach gehen kann – das zeichnet die neue Einrichtungsleitung aus. Christiane Gerstner lenkt dort künftig die Geschicke der beiden Senioreneinrichtungen der BBT-Region Tauberfranken-Hohenlohe, welche vorher von Meta Götz geleitet worden sind. Diese hat sich nach mehr als 11 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.

Nun kümmert sich ihre bisherige Stellvertretung Christiane Gerstner neben dem Austausch mit Angehörigen und Betreuern vorrangig um Management, Personalführung und
-akquise, Struktur- und Ablauforganisation sowie die Finanzen der Seniorenzentren Schöntal und Dörzbach. Auf diese neue Herausforderung freut sich die 42-jährige gelernte Altenpflegerin ganz besonders. Und sie hat bereits viele gute Ideen: „In beiden Gemeinden sind die Seniorenheime fester Bestandteil des täglichen Miteinanders. Vereine, Schulen und Kindergärten kommen zu Besuch; unsere Seniorinnen und Senioren nehmen an Gemeindeveranstaltungen teil. Diese Kooperationen möchte ich gerne noch weiter ausbauen.“ Weiterhin biete das leerstehende Schulgebäude in Schöntal-Westernhausen großes Potential. „Mein Traum wäre es, dort ein inklusives Generationenprojekt zu starten: Weitere Seniorenwohnungen und eine Tagespflege für Jung und Alt mit und ohne Behinderung. Das ganze könnte man schön mit einem kleinen Betriebskindergarten ergänzen. Damit hätte man buchstäblich alles unter einem Dach und zugleich für die Mitarbeitenden eine Möglichkeit zu möglichst flexiblem Arbeiten“, so die Vision von Christiane Gerstner, deren erklärtes Credo „Mittendrin statt nur dabei“ lautet.

Dass die gebürtig aus Nordrhein-Westfalen stammende Einrichtungsleitung einmal in einem sozialen Beruf landen würde, war ihr eigentlich schon immer klar – auch wenn sie zunächst einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat. Denn gestartet ist sie als Kauffrau für Bürokommunikation. „Bei meiner Anstellung im Stadtarchiv habe ich mich mit Zwangsentschädigungen für Opfer des Zweiten Weltkriegs beschäftigt, ein spannendes und vor allem wichtiges Thema. Aber mir fehlte hier einfach der enge persönliche Kontakt“ erklärt die Einrichtungsleitung. Daraufhin habe sie hin und her überlegt, ob sie lieber Hebamme oder Altenpflegerin werden wolle. „Am Ende fiel die Entscheidung für die Altenpflege. Babys haben im Normalfall ihr ganzes Leben noch vor sich, während Seniorinnen und Senioren bereits ein langes, bewegtes Leben hinter sich und viel zu berichten haben. Und falls sie einen steinigen Lebensweg hinter sich haben oder an ihrem Lebensabend schwer kämpfen müssen, wollte und will ich es sein, die dafür sorgt, dass ihre letzten Jahre, Tage oder auch nur Stunden etwas Besonderes sind.“ Dass Christiane Gerstner nach der dreijährigen Ausbildung trotz Zwillingen im Kleinkindalter und einem Job im Callcenter parallel auch noch die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung meistern konnte – und zwar mit Abschlussnote 1,0 – verdankt sie ihrer Familie. „Meine Mutter und meine Schwester haben mich unterstützt, wo es nur geht. Ohne sie wäre mir die Weiterbildung in meinem Traumberuf nicht möglich gewesen.“ Doch auch in den beiden Seniorenzentren hat Christiane Gerstner nach eigener Aussage tolle Pflege- und Hauswirtschaftsteams „Die Mitarbeitenden kümmern sich mit Herzblut um die Bewohner*innen, unterstützen und helfen sich gegenseitig. So können wir als starkes Team gemeinsam in die Zukunft gehen.“ (Text und Foto: Jasmin Paul)